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„We Reject The President Elect“

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Twitter hat einen neuen Trend. Alltäglich? Natürlich ist es das. Was nicht alltäglich ist, ist der Betreff. Es passiert ja schließlich nicht jeden Tag, dass eine der größten Nationen der Welt zum Teil ihren neuen Präsidenten abstreitet. Viele wollen die Realität nicht wahrhaben, oder sie können es immer noch nicht begreifen. Für die, die über die Phase des Abstreiten schon hinweg sind, existiert jetzt der Hashtag „NotMyPresident“. Wegen dem Datum wird die Wahl fast schon mit den katastrophalen Anschlägen des 11.Septembers 2001 gleichgestellt. Im Netzt heißt es nun „9/11 Never Forget, 11/9 Always Regret“. Eine starke Aussage, wenn man bedenkt, was für eine Bedeutung der Jahrestag des Anschlags fünfzehn Jahre später noch hält. Zu viele US-Bürger fragen sich nun, wie sie ihren Kindern erklären sollen, wie ein solches Ergebnis zustande kommen konnte.

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Andere, besonders Migranten, fürchten um ihren Platz in der neuen Gesellschaft, die Trump mit sich bringt. Über seine Versprechen, Mauern zu bauen und Menschen abzuschieben, bis zu den streng konservativen Ansichten seines Vizepräsidenten, Mike Pence, gibt es für nicht wenige Amerikaner einen Grund zur Befürchtung. Deshalb bleiben Tausende von ihnen nicht nur auf sozialen Netzwerken aktiv. In einigen amerikanischen Großstädten, darunter Washington, New York und Seattle, fanden bereits einige Stunden nachdem die Wahlergebnisse bekanntgegeben wurden, Proteste statt. Die Massen sangen zusammen vorm weißen Haus, fielen sich an vielen Universitäten weinend in die Arme. Besonders unter jungen Menschen ist der Schock groß, denn nur wenige von ihnen haben für Trump gestimmt. Jetzt marschieren sie durch die Straßen, blockieren teilweise Trumps Gebäude wie seinen Tower in Chicago. Sie sind wütend, skandieren Phrasen, wie „Liebe ist Liebe ist Liebe“ oder „Liebe, nicht Hass“. Und die Gruppen bleiben nicht immer friedlich. Deshalb kritisieren viele die Liberalen, sie würden die Demokratie nicht akzeptieren, wenn sie Mülltonnen werfen, kleine Brände stiften – oft, weil sie US Flaggen in Brand setzen- und Trump lauthals einen möglichst unbequemen und schnellen Weg in die Hölle wünschen. Unvermeidlich kam es zu Zusammenstößen mit der Polizei und Dutzende wurden bereits festgenommen. Trumps Aufruf, die Amerikaner sollen sich vereinen, klingt für diese Menschen eher wie etwas Bedrohliches. Mit Donald Trump übereinzustimmen halten viele für so gut wie unmöglich. Dies zeigen die zahllosen gehobenen Mittelfinger, die sich auf jegliche Trump-Symbole in der Umgebung richten. Die Wut auf das Wahlsystem erreicht auch, mal wieder, einen Höhepunkt. Die Entrüstung darüber, dass Clinton scheiterte, obwohl sie die Mehrzahl der Stimmen erhielt, ist riesig, denn das Szenario von 2000 wiederholt sich: Der unbeliebtere Kandidat kommt ins Weiße Haus. Die letzte Hoffnung, die es noch gibt, ist so unwahrscheinlich, dass selbst die hartnäckigsten Trump-Hasser nicht an sie glauben. Ein Umschwung im Electoral College. Wahlmänner, die sich weigern könnten, für den Republikaner zu stimmen. Selbst im Traum kann darauf kaum einer hoffen. So nehmen die protestierenden Massen langsam ab, viele sind wohl erschöpft. Das letzte Jahr war lang und der Kampf, den besonders die Demokraten mit oder für Hillary Clinton, eventuell auch einfach gegen Trump geführt haben, war anstrengend.
Mit einem kurzen Blick ins Internet sehen wir, wie Amerika heute eskaliert. Die Differenzen zwischen den zahlreichen verschiedenen Teilen der Bevölkerung scheinen im Moment noch unüberbrückbarer, als am Anfang des Wahlkampfes. Präsident Donald Trump wird ein Land vor sich haben, dass ihn zum Teil nicht als Präsident sieht und welches zum anderen Teil diese Leute nicht Staatsbürger nennt. Vielleicht wäre es an der Zeit, über einen neuen Namen nachzudenken. Willkommen in den Sich Eher Uneinigen Staaten von Amerika.

(lg)

Quellen:

https://www.factcheck.org/2016/11/popular-vote-and-the-electoral-college/
http://nypost.com/2016/11/09/the-one-scenario-that-could-still-get-hillary-into-the-white-house/

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