newsroom25

Der DSP-Newsblog

trump_1

Apocalypse Now. Now?

Hinterlasse einen Kommentar

Donald Trump wird U.S. Präsident. Sie befinden sich gerade nicht in einem schlechten Traum, einer Parallelwelt oder einer schlechten Comedy Show. Willkommen in der Realität. Ob sein Erfolg nun erfreulich ist oder nicht, lässt sich natürlich diskutieren, eins steht jedoch fest; das Wahlsystem der USA hat entschieden. Mit 290 Stimmen gewann Trump letzten Endes, mit etwa 200 000 Wählerstimmen lag er jedoch hinter Clinton (Quelle: CNN, Stand: 10.11.16, 13.15 Uhr). Die Wahlbeteiligung war schwach, für eine der wohl dramatischsten Wahlen in der Geschichte der Vereinigten Staaten. Eine ziemliche Enttäuschung. Die fast 59.9 Millionen Clinton-Wähler stehen mit ihr hinter der Politik der letzten Jahre, die Amerika unter anderem aus der 2008er Finanzkrise gebracht hat. Sie zeigen ihre Unterstützung für die Politik, die Homosexuellen die Ehe erlaubt und Frauen das freie Entscheidungsrecht über ihre eigenen Körper gibt. Trumps 59.7 Millionen schicken auch eine klare Message. Sein Triumph ist nicht nur ein persönlicher, er gehört auch den Schichten, die sich unterdrückt und ungerecht behandelt fühlen. Die, die für konservative Werte stehen und die nun schreien „Er ist unser Präsident! Er ist unser Amerika!“ Für sie repräsentiert Trump eine Abwechslung in Washington und vielleicht auch eine neue Hoffnung. Und eines muss man diesen Menschen lassen. Ob uns ihre Ansichten gefallen, ist fragwürdig, aber sie standen vom Anfang bis zum Ende hinter ihnen. Die über 40 Prozent, die ihre Stimme haben verfallen lassen, zeigen, dass ihnen sowohl Clintons, als auch Trumps Werte egal sind. So schicken sie vielleicht die stärkste Nachricht an den Rest der Welt. Denn man kann nicht sagen, dass Amerika wegen Trumps Erfolg zum größten Teil rassistisch, intolerant und unzufrieden ist. Genauso wenig kann man Clintons Dominanz was die Stimmen angeht als Bestätigung der Unterstützung der Werte sehen, für die sie ihr Leben lang stand. Was die Amerikaner in diesem kritischen Tagen zeigen, ist ein Desinteresse, das man bei dieser Wahl wohl noch weniger erwartet hätte als ihr endgültiges Ergebnis.

Aber mit diesem muss die Welt nun arbeiten. Der 9. November hat keine der Antworten gebracht, die sich viele erhofft hatten. Stattdessen stehen nun fast noch mehr offene Fragen  im Raum als davor. Nicht nur Amerikas Zukunft steht hier auf dem Spiel, die Bedeutung für die europäische Politik ist genauso rätselhaft. Trump als Präsident der Vereinigten Staaten ist eine Bestätigung der Radikalisierung der westlichen Welt, die in den letzten Jahren immer weiter zuzunehmen scheint. Wird er Europa jetzt als abschreckendes Beispiel dienen und somit zum Beispiel Le Pens Erfolg in Frankreich verhindern können? Oder werden sich die Radikalen durch ihn bestätigt fühlen und so Orban in Ungarn, oder die AfD in Deutschland vorantreiben? Für Deutschland ist Trump selbst ein einziges Rätsel. Während seiner Kampagne äußerte er oft starke Kritik an Merkel und ihrer Politik. Diese war persönlich eine Unterstützerin Clintons. Kein Wunder auch. Clinton wurde von Trump selbst schließlich als die potentielle Angie der USA bezeichnet. Doch Merkel zeigt sich stark, räumt genau wie Clinton den Verlust ein und gratuliert Trump mit vorsichtig gewählten Worten. Von dem zukünftigen Präsidenten gibt es bis jetzt keine Indikation, dass er seine Kritik an Merkel zurücknehmen könnte. Andererseits verspricht er den Amerikanern gute internationale Beziehungen, solange diese natürlich nicht den inländischen Fortschritt hindern. So bleibt Deutschland vielleicht doch die Hoffnung, Amerika beim nächsten Klimagipfel in 2017 zu begegnen, obwohl Trump den Klimawandel kürzlich noch abstritt.

trump_2

Also liebe Vereinigte Staaten, ich wünsche euch aus tiefsten Herzen viel Glück für die bevorstehenden Hürden, die ihr bezwingen müsst. Die Spaltung des Landes, die der Wahlkampf, wenn nicht verursacht, dann vorangetrieben hat, wird ihre Folgen in den nächsten Jahren noch zeigen. Solange Amerika die nächsten vier Jahre übersteht, wird es noch viele Wahlen geben, für die alle diesmal hoffentlich etwas dazugelernt haben.

Um Clinton mit ihren eigenen Worten ein letztes Adieu zu bieten; “This loss hurts, but please never stop believing that fighting for what’s right is worth it.”(09.11.2016)

 Mögen die nächsten Wahlen ruhiger verlaufen.

(lg)

Quellen:

https://www.theguardian.com/us-news/ng-interactive/2016/nov/08/us-election-2016-results-live-clinton-trump view=map&type=presidentialhttp://www.electproject.org/home/voter-turnout/voter-turnout-datahttps://www.google.cz/amp/www.vox.com/platform/amp/2016/11/9/13570328/hillary-clinton-concession-speech-full-transcript-2016-presidential-election?client=ms-android-htc-rev

Schreibe einen Kommentar

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s