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Projektwoche Reloaded: Hast du schon gesch …? – Über eine männliche Expedition im Rahmen von Duke of Edinburgh

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… wobei, es war ja auch Denisa anwesend, neben Frau Pekarkova das einzige unglückselige weibliche Wesen, das dazu verdammt war, ihr Dasein für schiere vier Tage im Schatten fünf postpubertärer Jungs zu fristen.

Die hatten jedoch auch zu leiden, galt es doch, Rucksäcke von Gewichten über zwanzig Kilo hinaus zu packen, die dann über Stock und Stein, Wiese und Wald, Berg und Tal geschleppt werden mussten. An dieser Stelle gilt es, einen großen Dank unserer betreuenden Lehrerin auszusprechen, die nicht müde wurde, uns regelmäßig das bei dem Ausflug herrschende Drogenverbot ins Gedächtnis zu rufen, um somit der ansonsten eingetretenen hoffnungslosen Verschwerung unserer Rucksäcke durch Bierflaschen mutig entgegenzuwirken.  

Mutig ging es dann auch nach der ersten Hürde des Packens los ins Jeseniky-Gebirge, im östlichen Hinterland Tschechiens. Nachdem wir mit Mamas Lunchpaketen unsere (vorerst) einzige halbwegs schmackhafte Versorgung auf den ersten 50 Metern verschlungen hatten, hieß es, gemeinsam den durchnässten Waldpfad im Gewitter entlangzutrotten:

“Der Weg ist voll dreckig, das ist echt kacke!”

“Du … hast ja auch schlechte Schuhe mitgenommen, die werden sofort nass und schmutzig!”

So stürmisch und männlich dieser erste Anstieg durch den Wald auch war, so stürmisch und männlich ging es auch weiter. Das zeigte sich spätestens am Abend, als die Männer mit ihren Gaskochern ihre Kochkünste zur Schau stellen durften. An ging die Flamme und mit ihr das heiße Erwarten des ersten in der harten Wildnis zubereiteten Gerichtes: Spaghetti mit Käsesahnesoße.

Als es die erste verzehrte Gabel Nudelbrei jedoch nicht vollbrachte, jene hoch angesteckten Erwartungen zu erfüllen, verständigte man sich schnell auf die, nährstoffmäßig bestimmt genauso ersättlichen, Instant-Noodles und Tütengulaschs. Mit so gefüllten Bäuchen hieß es nun endlich in kleinen Zweier- bzw. Dreierzelten zu nächtigen.

“Hey, macht nicht euren Schlafsack auf! Die F… haben sich da über die Nacht angesammelt, das riecht echt eklig.”

“…”

Nun gut, das altgediente “Guten Morgen” ist ja sowieso schon etwas ausgetragen. Das man aber etwas riechen konnte, stellt schon eine kleinere Sensation dar, sollte man ja eigentlich davon ausgehen können, dass der Riechkolben nach einer gefühlten Woche ohne Dusche bereits abgestumpft ist. Glücklicherweise war dem jedoch nicht so, hätten wir doch sonst nicht das Expeditionsfrühstück genießen können, dessen Highlight das, leider viel zu klein ausgefallene, Glas Nutella darstellte.

Wie die Dinge stehen, gehört zum Stoffwechsel aber nicht nur die Nahrungsaufnahme, sondern auch der entgegengesetzte Prozess, der bei den ersten von uns jetzt anfing, Probleme zu verursachen.

Junge, ich muss echt sch … ! Soll ich jetzt im Wald gehen oder nachher im Gasthaus?”

“Geh nachher, wir müssen eh gleich los.”

“Egal, ich kann nicht mehr, ich geh jetzt. Hast du das Klopapier?”

“Das war echt ein geiler Sch…. Willst du sehen, wo das war?”

“Ja, klar!”

“Guck, da oben. Bergabwärts natürlich, sonst saut man sich ein…”

Hiermit endete die Reihe an männlichen Konversationen zur Freude unserer weiblichen Kameradinnen noch nicht, sondern hielt konstant über die restlichen Tage bis zur Ankunft im zivilisierten Prag an, wo dann eine Reassimilation anstand.

An dieser Stelle soll dem tapferen Leser, der bis zum Ende dieses Artikels durchgehalten hat, gratuliert werden, in der Hoffnung, er möge einmal seine eigene männliche Expedition planen.  

Robert Hönig

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